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BlackBerry: Die Geschichte der legendären Brombeere

• Autor: Jan Vavřík

Retro-Erinnerungen sind meine Lieblingsdisziplin – und Hand aufs Herz, nicht nur an Kindern, sondern auch an Technologien sieht man wunderbar, wie die Zeit vergeht. Wir haben bereits an die Ära von Sony Ericsson, Nokia und HTC zurückgedacht, aber wen haben wir vergessen? Die Telefone, die ein Symbol des Erfolgs waren, die beste Tastatur der Welt hatten und eine Revolution im mobilen E-Mail-Verkehr auslösten – BlackBerry. Ja, es war die Zeit, in der Mobiltelefone Stil hatten, Tasten Sinn ergaben und Manager schworen, dass sie ohne eine physische QWERTY-Tastatur einfach nicht existieren könnten. Lassen Sie uns an eine Zeit erinnern, in der ein BlackBerry zu besitzen bedeutete, produktiv, wichtig und cool zu sein. (Spoiler: Dann kam der Touchscreen und alles änderte sich.)

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BlackBerry: Die Geschichte der legendären Brombeere – INHALT

  1. BlackBerry: Als Tasten die Welt regierten
  2. BlackBerry: Von Pagern zur Business-Klasse
  3. 2003: BlackBerry 7230
  4. 2007: BlackBerry Pearl 8100
  5. 2008: BlackBerry Storm 9500
  6. 2010: BlackBerry Curve 8520 – als BlackBerry erschwinglich werden wollte (und GPS trotzdem nutzlos war)
  7. 2011: BlackBerry Bold 9900 – Eleganz mit Tasten, schwachem Akku und Sturheit
  8. 2014: BlackBerry Passport – das Telefon, das man entweder liebte oder nie verstand
  9. 2015: BlackBerry Priv – wenn ein Comeback auf dem Papier großartig aussieht, aber die Realität schmerzt
  10. Fazit: Das Ende einer Legende

BlackBerry: Als Tasten die Welt regierten

Wenn die heutige Jugend keine Ahnung hat, was ein BlackBerry war, ist das eigentlich kein Wunder. Heute jonglieren wir alle mit identischen rechteckigen Flächen, auf denen physische Tasten nur noch zufällig auftauchen. Aber damals? Damals sahen Mobiltelefone nicht nur anders aus, sondern sie hatten vor allem Persönlichkeit – und man erkannte sie auf den ersten Blick am Design.

BlackBerry, das kanadische Technologie-Juwel der Firma Research in Motion (RIM), war zwischen 1999 und 2016 ein absolutes Must-have für Manager, Politiker, Prominente und alle, die E-Mails schneller schreiben wollten, als sie sie einer Sekretärin diktieren konnten. Mit der ikonischen QWERTY-Tastatur und einer Sicherheit auf Geheimdienstniveau baute sich diese Marke eine treue Fangemeinde auf der ganzen Welt auf.

BlackBerry, Quelle: pexels.com

Doch dann kam die Ära der Touchscreens und mit ihr die unvermeidliche Veränderung. BlackBerry hielt sich mit aller Kraft, doch am Ende erging es ihm wie dem Faxgerät oder der Enzyklopädie auf CD – einst großartig, aber heute eher ein Relikt der Vergangenheit.

BlackBerry: von Pagern zur Business-Klasse

Das Unternehmen BlackBerry brachte sein erstes mobiles Gerät erst im Jahr 1999 auf den Markt. Aber es war kein Telefon, wie wir es heute kennen – der Anfang lag bei Pagern. Ja, diesen kleinen Kästchen, die heute aussehen, als könnte man sie in einer alten Schublade bei der Oma neben Minidiscs und Ladegeräten finden, die nirgendwo mehr passen.

Die Wurzeln der legendären Mobiltelefone reichen zurück zum Modell RIM 850 – ein Pager mit einer kleinen Tastatur und der revolutionären Fähigkeit, E-Mails unterwegs zu versenden – damals eine Mischung aus Science-Fiction und Magie. RIM knüpfte bald mit dem Modell RIM 857 an, das eher einem persönlichen digitalen Assistenten (PDA) ähnelte und sich mit Firmen-E-Mail-Konten synchronisieren konnte. Danach folgte der Pager RIM Inter@ctive Pager 900.

Und dann geschah es. Im Jahr 2002 erblickten die ersten echten BlackBerry-Telefone das Licht der Welt, die Telefonie, drahtlose E-Mail-Kommunikation und Internetzugang vereinten. Für die Geschäftswelt war das eine Revolution – Manager mussten nicht mehr zum Computer laufen, um ihre E-Mails zu checken, sie konnten das direkt aus ihrer Hosentasche heraus erledigen.

2003: BlackBerry 7230

In einer Zeit, in der sich die meisten Mobiltelefone mit einem grün-schwarzen Display begnügten und „Smartphone“ bedeutete, dass es mehr konnte als nur telefonieren und SMS versenden, erschien das BlackBerry 7230 – ein Gerät, das zwar noch nicht das ikonische Brombeer-Logo trug, aber bereits einen Hauch von Business-Klasse hatte.

Sein Farbdisplay wirkte wie ein Fernseher unter Taschenrechnern, und die Unterstützung für Java eröffnete den Zugang zu Anwendungen, die zwar keine technischen Wunderwerke waren, aber eben einfach vorhanden waren. Außerdem konnte es Office-Dokumente öffnen, sodass Manager Tabellen und Präsentationen auch außerhalb des Büros verfluchen konnten – ein unglaublicher Fortschritt, natürlich.

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2007 - BlackBerry Pearl 8100

Mein erstes BlackBerry. Vielleicht mochte ich es, weil es langsam einem klassischen Mobiltelefon jener Zeit ähnelte. Es war das erste Gerät dieser Marke, das sich in Tschechien etablierte und half, die BlackBerry-Unterstützung hierzulande anzukurbeln. Es hatte eine QWERTY-Tastatur, die einen Kompromiss darstellte – die Tasten waren so dicht gedrängt wie Pendler in der morgendlichen U-Bahn, und jede Taste konnte je nach gedrückter Seite zwei Zeichen schreiben. Im Jahr 2010 folgte das Nachfolgemodell Pearl 9100, das Verbesserungen versprach – einschließlich einer Tastatur, die nicht mehr wie ein logisches Rätsel wirkte.

Im Inneren des Telefons arbeitete ein 300-MHz-Prozessor, was damals Standard war, aber heute kaum noch für irgendetwas ausreichen würde. Das Telefon hatte jedoch eine hervorragende Akkulaufzeit. Es hielt so lange durch, dass man fast vergaß, wo man das Ladegerät hingelegt hatte.

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2008: BlackBerry Storm 9500

Die Welt war bereits seit einigen Monaten im Bann der Neuheit namens iPhone, die uns allen zeigte, dass wir keinen Stylus brauchen – unsere Finger reichen völlig aus. BlackBerry brachte als Antwort auf den kalifornischen Giganten das Storm 9500 heraus. Doch der Versuch ging gründlich schief.

BlackBerry Storm kam mit einer unglücklichen Idee – sein Touchscreen war nicht nur zum Berühren da, sondern musste richtig gedrückt werden. Der gesamte Bildschirm fungierte als eine riesige Taste. Mit anderen Worten: Schnelle Schreiber erhielten einen unfreiwilligen Geduldskurs. Falls Sie dachten, dass eine Software-Tastatur langsamer sei als eine physische, dann bewies Ihnen das BlackBerry Storm das Gegenteil – und bot Ihnen obendrein eine so laute akustische Rückmeldung, dass Sie damit eine Band auf einer Schreibmaschine begleiten konnten.

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2010 - BlackBerry Curve 8520: als BlackBerry beschloss, erschwinglich zu sein (und GPS war sowieso nutzlos)

BlackBerry Curve 8520 war einer der größten Erfolge der Marke. Plötzlich war BlackBerry nicht mehr nur für Anzugträger in Konferenzräumen, sondern auch für normale Nutzer, die es sich vorher höchstens als Hintergrundbild auf ihrem Nokia leisten konnten. Es sah großartig aus, ließ sich noch besser bedienen und war vor allem endlich erschwinglich – so verbreitete sich die Brombeere unter einer breiteren Nutzerschaft.

Ja, GPS fehlte, aber Hand aufs Herz – wen hat das damals überhaupt interessiert? Was jedoch mehr schmerzte, war die Tatsache, dass BlackBerry App World bei uns nicht funktionierte. Wenn man neue Apps wollte, hatte man im Grunde zwei Möglichkeiten – sich mit dem zufriedengeben, was bereits auf dem Telefon war, oder sie auf Wegen beschaffen, die wir heute nicht öffentlich zugeben möchten. Und genau das war das wahre Abenteuer.

Danach folgten weitere Modelle wie das Torch 9800 aus dem Jahr 2010 und seine Nachfolger 9810, 9850 und 9860, doch mein persönlicher Favorit des Jahres 2011 war das BlackBerry Bold 9900. Und genau das mochte ich besonders.

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2011 - BlackBerry Bold 9900 – elegant mit Tasten, schwachem Akku und Sturheit

Im Jahr 2011 stellte das BlackBerry Bold 9900 den Höhepunkt der Eleganz dar – das dünnste Modell der Marke, umhüllt von Edelstahl, mit einem 2,8-Zoll-VGA-Touchscreen und der ikonischen physischen Tastatur. Es war der letzte große Versuch, traditionelle Tasten mit der Touchscreen-Zukunft zu vereinen – die ideale Wahl für diejenigen, die sich noch weigerten, vollständig auf Touchscreens umzusteigen.

Doch jede Medaille hat zwei Seiten. Der 1.230-mAh-Akku war mehr ein Stilmittel als eine tatsächliche Unterstützung für den ganzen Tag, sodass das Ladegerät Ihr treuester Arbeitsbegleiter wurde. Und dann war da noch die 5-Megapixel-Kamera ohne Autofokus, die zwar ambitioniert war, aber scharfe Fotos entstanden damit ungefähr so oft wie ein Schneesturm im Juli.

Während das iPhone damals vorgab, wie moderne Telefone auszusehen hatten, hielt BlackBerry stur an seinem eigenen Weg fest. Das Bold 9900 war zwar luxuriös, stilvoll und präzise verarbeitet, doch im Jahr 2011 war bereits klar, dass die Ära der Hardware-Tastaturen ihrem Ende entgegenging.

Mit der Einführung des Betriebssystems BlackBerry OS 10 begann das Unternehmen, neue Modelle in der Hoffnung auf den Markt zu bringen, die Konkurrenz einzuholen. Eines der markantesten war das BlackBerry Z10 aus dem Jahr 2013 – ein Telefon, das die ikonische Hardware-Tastatur über Bord warf und ganz auf den Touchscreen setzte. Leider schoss der Preis in astronomische Höhen, sodass es eher wie ein Premium-Experiment wirkte als eine echte Option für die meisten Nutzer. 

Doch ein Jahr später drehte BlackBerry wieder zu seinen Wurzeln zurück. 2014 brachte das Unternehmen das BlackBerry Passport heraus, das sich nicht scheute, gegen den Strom zu schwimmen – und vor allem die legendäre physische Tastatur zurückbrachte, die im Vergleich zum Display jedoch eher komisch wirkte.

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2014: BlackBerry Passport – das Telefon, das man entweder liebte oder nie verstand

Im Jahr 2014 brachte BlackBerry also das Passport heraus, ein breites, kantiges und absolut auffälliges Gerät. Das 4,5-Zoll-Quadrat-Display mit einer dreireihigen QWERTY-Tastatur bot ein großartiges Schreibgefühl, war aber gleichzeitig eine ergonomische Katastrophe – es mit einer Hand zu halten, fühlte sich an, als würde man versuchen, einen Ziegelstein zu umarmen.

Die Ausstattung war solide: Snapdragon 801, 3 GB RAM und ein 3.450-mAh-Akku. Die 13-Megapixel-Kamera machte ordentliche Fotos, aber keine Wunder. Das Passport war ein Telefon für eingefleischte BlackBerry-Fans, die sich von der Masse abheben wollten – und kein Problem damit hatten, dass ihr Telefon aus der Tasche ragte.

Danach folgte das BlackBerry Porsche Design aus dem Jahr 2014. Hier ging es nicht nur um Leistung, sondern vor allem um edle Materialien – scharf geschnittene Kanten, eine Glas-Tastatur, ein Stahlrahmen, Mineralglas auf dem Display und Saphirglas auf der 8-Megapixel-Kamera. Der Preis? Über vierzigtausend… nein, das war damals wirklich eine unglaubliche Summe.

Absichtlich überspringe ich einige Modelle und halte bei dem Telefon inne, das mein letztes aus der Familie der süßen Brombeere war. Ich hatte es etwa zwei Monate lang – vielleicht nur aus Nostalgie gegenüber dem Hersteller. Es war das BlackBerry Priv aus dem Jahr 2015.

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2015: BlackBerry Priv – wenn das Comeback auf dem Papier großartig aussieht, aber die Realität schmerzt

BlackBerry wollte mit dem Modell Priv die Marke zurück ins Spiel bringen – erstmals mit Android, einem gebogenen AMOLED-Display und einer ausziehbaren QWERTY-Tastatur. Es klang wie ein wahr gewordener Traum für Tastaturliebhaber. Im Inneren arbeitete ein Snapdragon 808 mit 3 GB RAM, auf der Rückseite saß eine 18-Megapixel-Kamera, und der 3.410-mAh-Akku versprach eine ordentliche Laufzeit.

Doch der Schiebemechanismus hatte seine Launen, manche Tasten der Tastatur entschieden sich spontan, das Weite zu suchen, und Android 6.0 war mal flüssig, mal so träge wie ein Montagmorgen. Der Akku schwand schneller als der gute Ruf von BlackBerry in der Smartphone-Welt – und der Preis? Höher als bei damaligen Android-Flaggschiffen, die einfach mehr boten. Priv sollte ein triumphales Comeback werden, endete aber als teures Experiment mit bitterem Nachgeschmack.

Damit endete meine Reise mit BlackBerry. Weitere Modelle wie das BlackBerry KeyOne (2017) und das Key2 LE (2018) kamen zwar noch, aber die bittere Erfahrung mit dem Priv konnte mich nicht mehr zu einer Rückkehr bewegen. Und das, obwohl ich BlackBerry immer gemocht habe.

Fazit: Das Ende einer Legende

BlackBerry war einst ein Symbol für Erfolg und ein unverzichtbares Werkzeug für Manager. Die Brombeer-Telefone hatten Charakter, Persönlichkeit und die beste Tastatur auf dem Markt. Doch die Zeiten änderten sich. Während die Konkurrenz voranschritt, hielt sich das Unternehmen der süßen Brombeere zu lange an physischen Tasten fest.

Als BlackBerry schließlich auf Android umstieg, brachte es Modelle heraus, die entweder zu teuer oder nicht ausgereift waren. Die Kunden wanderten ab, und die Marke, die einst dominierte, verschwand langsam von der Bildfläche. Heute produziert das Unternehmen keine Telefone mehr, sondern konzentriert sich auf Software. Dennoch erinnern sich viele an BlackBerry als eine Marke, die die Mobilwelt veränderte – und trotz ihres Niedergangs eine Legende blieb.

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BlackBerry bezahlte für seine Sturheit und langsame Anpassung – es hielt lange an Tastenhandys fest, während die Welt auf Touchscreens umstieg. Als es schließlich auf Android wechselte, brachte es teure, unausgereifte Modelle wie das Priv oder Passport heraus, die technische Probleme hatten und keine breite Masse ansprachen. Die Konkurrenz bot bessere Leistung, Software und ein umfangreicheres App-Ökosystem, während BlackBerry Kunden verlor. Schließlich erkannte das Unternehmen seine Niederlage und verlagerte sich auf Softwarelösungen und Sicherheit.

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