• Autor: Adam Hušek
Auch wenn die chinesische Marke Nubia nicht zu den meistverkauften Marken bei uns gehört, ist sie im Segment der faltbaren Smartphones kein Neuling. Das Unternehmen hat bereits zwei Generationen relativ erfolgreicher „Klapphandys” auf dem Markt gebracht, die sich durch einen attraktiven Preis und eine ordentliche Ausstattung auszeichnen. Welche Neuheiten bringt die dritte Generation des Nubia Flip 3 mit sich und wann wird es offiziell in den Verkauf kommen?
Die vielleicht größte Verbesserung gegenüber der Vorgängergeneration hat Nubia Flip 3 auf der Außenseite zu bieten, wo sich nun ein 4 Zoll AMOLED Display befindet, das sich schön von Rand zu Rand erstreckt. Das Display mit einer soliden Auflösung von 1.200 × 1.092 Pixeln ist groß genug, um eine kleine Tastatur darauf unterzubringen. Dadurch erhält dieser Bildschirm neue Nutzungsmöglichkeiten.
Besser gelungen ist auch die Platzierung der hinteren Kameras, die sich in zwei kleinen Aussparungen in der unteren linken Ecke befinden und das Display nicht durch eine Aussparung stören.
Unverändert bleibt offenbar das Innen-Display mit einer Diagonale von 6,9 Zoll und Full HD+ Auflösung. Seine Bildwiederholfrequenz beträgt standardmäßige 120 Hz und seine Ränder sind gleichmäßig. Unverändert bleibt auch die Konstruktion des Flip 3 mit einem Aluminiumrahmen, dessen Scharnier intern für mindestens 300.000 Biegungen zertifiziert ist – bei 100 Biegungen pro Tag sollte es etwas mehr als 8 Jahre halten.
Die zweite Hälfte des Flip 3 besteht aus einem Stück Glas, das durch zwei kleine Stifte, vermutlich Blitzlichter, unterbrochen wird. Positiv ist auch das Gesamtgewicht des Geräts, das bei angenehmen 186 g liegt, und dank der hochwertigen Verarbeitung ist das Telefon nach IP54 zertifiziert. Das bedeutet, dass Sie sich keine Sorgen um Spritzwasser oder etwas Staub machen müssen. Für die Softwaresicherheit sorgt ein Fingerabdruckleser, der sich in der roten Taste auf der rechten Seite des Geräts befindet.
Wie bereits erwähnt, verfügt das Nubia Flip 3 über insgesamt zwei Rückkameras, ähnlich wie die meisten anderen Klapphandys. Der Hauptsensor bietet eine Auflösung von 50MP und eine Lichtstärke von f/1,6, etwas interessanter ist jedoch die zweite Kamera, eine 12-MP-Weitwinkelkamera. Letztes Jahr mussten wir uns nämlich mit einer „Hilfslinse” begnügen, die im Gegensatz zum Weitwinkelobjektiv nutzlos war.
Die Rückkameras verfügen über die beliebte Stativfunktion, bei der Sie das Telefon in eine L-Position klappen können und auf dem Außenbildschirm eine Vorschau des Fotos sehen, sowie über eine Fernauslöserfunktion, die durch Winken aktiviert wird.
Auch wenn es den Anschein haben mag, dass die hinteren Kameras im geschlossenen Zustand für hochwertige Selfies ausreichen, ist das Nubia Flip 3 auch mit einer echten 32-Megapixel-Selfie-Kamera ausgestattet, die sich im oberen Teil des Displays befindet. Dieser Sensor dient wahrscheinlich für komfortablere Videoanrufe, weshalb die meisten Hersteller von faltbaren Handys ihn beibehalten.
Alle bisher genannten Spezifikationen stellten vor allem Verbesserungen dar. In ähnlicher Weise verhält es sich auch mit dem Akku. Dieser verfügt über eine Gesamtkapazität von 4.610 mAh, was im Vergleich zum Galaxy Z Flip 7 FE und Motorola Razr 60 der beste Wert ist. Ein kleiner Kompromiss ist das Fehlen der kabellosen Ladefunktion, die beide oben genannten Hersteller unterstützen, während Nubia „nur” eine 33-W-Kabelverbindung anbietet.
Angesichts des Preises musste Nubia auch bei der Leistung einige Abstriche machen. Das Herzstück des Telefons ist ein 4-nm-Prozessor Dimensity 7400X (eher im mittleren Preissegment angesiedelt), ergänzt durch 6 GB RAM und mittlerweile unterdurchschnittliche 128 GB Benutzerspeicher. Aus dieser Kombination geht hervor, dass das Nubia Flip 3 kein Kraftpaket sein wird, sondern ein faltbares Smartphone für weniger anspruchsvolle Kunden, die von der flexiblen Konstruktion begeistert sind.
Einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt auch die Tatsache, dass das Smartphone ab Werk mit dem Betriebssystem Android 15 ausgeliefert wird, das derzeit bereits ein Jahr alt ist. Fragen wirft auch die anschließende Unterstützung von Software-Updates auf, zu der sich der Hersteller bislang nicht geäußert hat.
Darüber hinaus unterstützt das Nubia Flip 3 Wifi 6E, Bluetooth 6.0 und 5G-Konnektivität. Auf der offiziellen Website des Herstellers wird auch die KI-gestützte Software-Erweiterung beworben. Aus meiner Erfahrung mit anderen Nubia-Handys ist das nichts Besonderes. Das Handy sollte im Grunde die üblichen KI-Funktionen in Handys unterstützen, wie Circle to Search oder erweiterte Fotobearbeitung (z. B. Magic Eraser). Die einzige interessante Funktion bei Nubia ist die „Live-Übersetzung” von Gesprächen in einer Fremdsprache oder die Übersetzung von Telefonaten, die meiner Erfahrung nach auch weniger verbreitete europäische Sprachen unterstützt, was bei solchen Handys nicht oft zu finden ist.
Um die Spezifikationen und das Preis-Leistungs-Verhältnis zu vergleichen, möchte ich das Nubia Flip 3 mit dem Samsung Galaxy Z Flip7 FE und dem Motorola Razr 60 vergleichen, obwohl beide Telefone wahrscheinlich teurer sind als das neue Modell von Nubia.
| Parameter/Modell | Nubia Flip 3 | Samsung Galaxy Z Flip7 FE | Motorola Razr 60 |
|---|---|---|---|
| Display | Diagonale: 6,9" und 4" | Diagonale: 6,7" und 3,4" | Diagonale: 6,9" und 3,6" |
| Auflösung: 1188 × 2790 px, 439 ppi 1188 × 2790 px |
Auflösung: 1080 × 2640, 426 ppi 720 × 748 px, 306 ppi |
Auflösung: 1080 × 2640 px, 413 ppi 1056 × 1066 px, 413 ppi |
|
| Typ: OLED | Typ: AMOLED | Typ: AMOLED | |
| Bildwiederholfrequenz bis zu: 120 Hz | Bildwiederholfrequenz bis zu: 120 Hz | Bildwiederholfrequenz bis zu: 120 Hz | |
| Schutz: ? | Schutz: Gorilla Glass Victus 2 | Schutz: Gorilla GlassVictus | |
| Rückkameras | Hauptkamera: 50 Mpx, f/1,6 | Hauptkamera: 50 Mpx, f/1,8, OIS | Hauptkamera: 50 Mpx, f/1,7, OIS |
| Weitwinkelkamera: 12 Mpx | Weitwinkelkamera: 12 Mpx, f/2,0 | Weitwinkelkamera: 13 Mpx, f/2,2 | |
| Frontkamera |
32 Mpx
|
10 Mpx, f/2,2
|
32 Mpx, f/2,4
|
| Chipsatz | Mediatek Dimensity 7400X (4 nm) |
Exynos 2400 (4 nm)
|
Mediatek Dimensity 7400X (4 nm)
|
| GPU |
Mali-G615 MC2
|
Xclipse 940
|
Mali-G615 MC2 |
| RAM | 6 GB | 8 GB | 8 GB |
| Interner Speicher | 128 GB | 128 / 256 GB | 256 / 512 GB |
| Betriebssystem | Android 15 | Android 16 | Android 15 |
| Unterstützung der 5G Netze | ✓ | ✓ | ✓ |
| 3,5mm Klinke | ✕ | ✕ | ✕ |
| Schutzart | IP54 | IP48 | IP48 |
| Akku | 4.610 mAh | 4.000 mAh | 4.500 mAh |
| Schnellladung / kabelloses Laden: 33 W / - | Schnellladung / kabelloses Laden: 25 W / 15 W | Schnellladung / kabelloses Laden: 35 W / 15 W | |
| Abmessungen | 170 × 76 × 7,5 mm 87 × 76 × 15,9 mm |
165,1 × 71.9 × 6,9 mm 85,1 × 71,9 × 14,9 mm |
171,3 × 74 × 7,3 mm 88,1 × 74 × 15,9 mm |
| Gewicht | 187 g | 187 g | 188 g |
| Preis | Etwa 800 EUR* | 999 EUR** | ab 519,90 EUR** |
Die Vorstellung des Nubia Flip 3 fand bislang nur in Japan statt, zusammen mit der Premiere des Smartphones Nubia Fold. Laut der Website Gizmochina wird das neue Modell jedoch voraussichtlich bereits im Januar nächsten Jahres 2026 ,in den Verkauf kommen, wobei über die Verfügbarkeit in anderen Märkten bislang noch nicht gesprochen wurde. Wenn sich das Smartphone nicht wesentlich von seinen Vorgängern unterscheidet, was nicht der Fall zu sein scheint, wird sein Preis eher in die Kategorie der günstigeren faltbaren Smartphones fallen. Wir können also wahrscheinlich von einem Preis von rund 800 EUR ausgehen, ein Wert, den traditionelle Hersteller wie Samsung nicht so einfach übertreffen können.
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Das Nubia Flip 3 gehört definitiv nicht zu den langweiligen Handys. Es bietet ein flexibles Design, ein großes Außen-Display und durchschnittliche Spezifikationen. Was jedoch wahrscheinlich über seine Beliebtheit entscheiden wird, ist der Preis. Dieser dürfte zu den niedrigsten auf dem Markt gehören.