• Autor: Adam Hušek
Die Marke OnePlus konzentriert sich neben ihren Smartphones, die vor allem in der oberen Mittel- und Premiumklasse punkten, auch auf Audioprodukte. Die Kopfhörer OnePlus Buds 3 waren im letzten Jahr insbesondere für ihre gute Geräuschunterdrückung, längere Akkulaufzeit und den angenehmen Klang in der Mittelklasse erfolgreich. Der Hersteller möchte an diesen Erfolg anknüpfen und hat nun die neue Generation vorgestellt, die OnePlus Buds 4, welche in jeder Hinsicht ein noch besseres Erlebnis bieten sollen. Woran genau hat der Hersteller gearbeitet?
Im Vergleich zum Vorjahr, als die Kopfhörer noch das ältere Design beibehielten, präsentiert sich die diesjährige Generation der OnePlus Buds 4 mit einer leicht überarbeiteten Konstruktion. Die erste Änderung betrifft das Ladecase, das von einer abgerundeten Rechteckform zu einer „Kieselstein“-Form übergegangen ist. Diese Form dürfte vermutlich praktischer sein, da sie besser in die Tasche passt und nicht drückt. Allerdings fehlt dem Case nun die Vertiefung für ein leichteres Öffnen des Deckels, sodass fraglich ist, ob es weiterhin einhändig geöffnet werden kann.
Die Größe des Ladecases soll jedoch vergleichbar bleiben, ebenso wie das Gewicht, das sich erneut um die 40 g bewegen soll. Das Material des Cases ist bewährter, matter Kunststoff. Auf der Vorderseite des Etuis befindet sich eine LED-Anzeige, die den Ladestand signalisiert.
Eine kleine Veränderung haben auch die eigentlichen Kopfhörer OnePlus Buds 4 durchlaufen, die weiterhin dem „AirPods-Typ“ entsprechen, also In-Ear-Kopfhörer mit Stiel sind. Genau dieser Stiel ist im Vergleich zum Vorjahr etwas abgeflachter und nicht mehr so stark abgerundet wie zuvor. Er schließt zudem nicht mehr so glatt ans Gehäuse an, sondern steht oben etwas hervor.
Am oberen Ende dieses Vorsprungs befindet sich einer der drei Mikrofone, der für das aktive Noise Cancelling zuständig ist. Direkt am Stiel ist eine etwas größere Touchfläche angebracht, mit der Sie die Musikwiedergabe, die Lautstärke oder verschiedene Modi steuern können.
Auch in diesem Jahr fehlt den Buds 4 nicht der grundlegende Schutz – sie tragen die Zertifizierung IP55. Das bedeutet, dass sie ein wenig Staub oder Spritzwasser, Nässe oder auch Schweiß standhalten. Zum Schwimmen sind sie allerdings nicht geeignet.
Die OnePlus Buds 4 setzen auf den modernen Standard Bluetooth 5.4, der eine stabile und energieeffiziente Verbindung ermöglicht. Für besonders einfaches Pairing sind die Kopfhörer mit der Google Fast Connect-Technologie ausgestattet, die das Koppeln mit Android-Smartphones erleichtert. Alle Geräte profitieren zudem von Dual Connect, das die Verbindung mit zwei Geräten gleichzeitig und das Umschalten der Audioausgabe ermöglicht. Die Stabilität der Verbindung wird von OnePlus durch die Funktion Steady Connect weiter verbessert.
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Eine mittlerweile weit verbreitete, aber weiterhin praktische Funktion ist Find my Earbuds. Damit können Sie Ihr verlorenes Ohrhörer leichter finden. Besonders beim Gaming profitieren Nutzer zudem von der geringen Übertragungslatenz von nur 47 ms.
Das Herzstück der OnePlus Buds 4 sind zwei Treiber: ein 11 mm Bass-Woofer mit 30-schichtiger Keramik-Metall-Membran und ein 6 mm Tweeter mit flacher Membran. Diese Treiber sorgen für einen Frequenzbereich von 15 bis 40.000 Hz, was selbst für manche Over-Ear-Alternativen beeindruckende Werte sind.
Für eine präzise Klangoptimierung sind in jedem Kopfhörer auch zwei DAC-Wandler verbaut, die für einen ausgewogenen und klaren Sound sorgen sollen. Garant für ein hervorragendes Musikerlebnis ist der enthaltene LHDC 5.0-Codec , der nahezu verlustfreie Übertragungen mit einer Abtastrate von 192 kHz für einen realistischeren Klang ermöglicht.
Eine weitere Neuheit auf Klangseite der OnePlus Buds 4 ist die Unterstützung von OnePlus 3D Sound, der Musik realistisch aus mehreren Richtungen simulieren kann. Relativ einzigartig ist auch die Funktion „Golden Sound“, die (vermutlich mittels eines ins Ohr gerichteten Mikrofons) das Ohr während eines Hörtests scannt und den Sound so individuell auf Ihr Ohr anpasst.
Wer hingegen genau weiß, wie seine Musik klingen soll, kann das Klangprofil über den Equalizer anpassen, der drei Voreinstellungen bietet: Balanced, Serenade und Bass Mode.
Deutliche Verbesserungen gab es laut Hersteller auch beim System für aktive Geräuschunterdrückung (ANC). Die OnePlus Buds 4 werben nun damit, dass ihr Algorithmus den Sound bis zu 800-mal pro Sekunde optimiert, um Umgebungsgeräusche effektiv auszublenden.
Für ANC stehen de facto drei Mikrofone zur Verfügung – das erste (primär für Telefonate) ist unten im Stiel verborgen, das zweite (dediziert für ANC) befindet sich oben am Stiel und das dritte ist ins Ohr gerichtet und überprüft, wie viel Sound ins Ohr eindringt.
OnePlus Buds 4 verbessern zudem die Stärke des ANC, das Geräusche bis zu einer Lautstärke von 55 dB und einer Frequenz von bis zu 5.500 Hz unterdrücken kann. Der Hersteller gibt außerdem an, mit seinem ANC-Algorithmus die Unterdrückung menschlicher Stimmen um bis zu 200 % im Vergleich zur Vorgängergeneration verbessert zu haben.
OnePlus hat in diesem Jahr auch einen neuen Modus zur Geräuschunterdrückung eingeführt. Neben dem normalen ANC-Modus und dem gegenteiligen Transparenzmodus gibt es nun einen speziellen adaptiven Modus, der je nach Umgebung automatisch zwischen Unterdrückung und Durchlässigkeit umschalten soll. So können Sie z. B. herannahende Autos oder laute Warnsignale hören, werden aber trotzdem nicht durch Straßenlärm gestört. In der Theorie klingt diese Funktion sehr interessant – es bleibt jedoch abzuwarten, wie sie sich in der Praxis bewährt.
Eine kleinere Verbesserung bei den OnePlus Buds 4 ist die Möglichkeit, durch Berühren des Kopfhörers den im Smartphone integrierten KI-Assistenten zu aktivieren. In der Praxis bedeutet das, dass Sie mit den Buds 4 zum Beispiel freihändig mit Gemini oder Siri kommunizieren können. Eine weitere, ebenfalls KI-gestützte Neuerung ist die Möglichkeit, durch dreifaches Antippen eine Sofortübersetzung auf dem Smartphone auszulösen und die Kopfhörer als Mikrofon zu verwenden. Allerdings ist dieses Feature nur für Telefone desselben Herstellers, also OnePlus, verfügbar.
Wie eingangs erwähnt, wurden die OnePlus Buds 4 in allen Belangen verbessert, was natürlich auch für den Akku gilt. Dessen Kapazität hat sich zwar nur leicht erhöht, dennoch hat sich die Gesamtlaufzeit laut Hersteller erneut verlängert.
Bei ausgeschaltetem ANC reicht der Akku der Buds 4 bei Nutzung des LHDC-Codecs für bis zu 9 Stunden Musikwiedergabe und mit Ladecase sogar bis zu 37 Stunden. Mit eingeschaltetem ANC und Nutzung des verlustfreien Codecs halten die Kopfhörer etwa 5,5 Stunden durch, mit Ladecase insgesamt 22 Stunden pro Ladung. Wer besonders energieeffizient unterwegs sein möchte und auf bessere Codecs und Geräuschunterdrückung verzichtet, kann bis zu 11 Stunden Musikwiedergabe und mit Case bis zu 45 Stunden erreichen.
Im Vergleich zur Vorgängergeneration konnte das neue Modell durchschnittlich eine Stunde mehr herausholen, mit Ausnahme der Werte bei aktiviertem ANC , da diese Funktion aufgrund der fortschrittlicheren Technologie wohl energieintensiver ist und die OnePlus Buds 4 daher etwas weniger lang durchhalten.
Dieser kleine Nachteil wird jedoch durch die deutlich schnellere Ladezeit wettgemacht, denn der Hersteller gibt an, dass nach zehn Minuten Laden (bei ausgeschaltetem ANC und ohne LHDC-Codec) weitere 11 Stunden Wiedergabe möglich sind. Kabelloses Laden wird auch in diesem Jahr leider nicht angeboten, weshalb Sie weiterhin auf den USB-C-Anschluss angewiesen sind. Angesichts des Preises ist das aber durchaus akzeptabel.
Wie sieht es also mit dem Preis aus? Die neuen OnePlus Buds 4 kosten 119 €. Im Vorverkauf, der zusammen mit dem Launch am 8. Juli gestartet ist, sind sie für 119 € erhältlich, was angesichts der Ausstattung und des guten Rufs der Vorgängergeneration ein attraktiver und gerechtfertigter Preis ist. Aktuell sind die OnePlus Buds 4 in zwei Farbvarianten erhältlich: Zen Green und Storm Grey.
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Die OnePlus Buds 4 bringen zwar keine revolutionäre Technik, bieten aber durchgängige Verbesserungen wie einen größeren Akku, stärkere und intelligentere Geräuschunterdrückung, verlustfreien LHDC-Codec und besseren Sound. In ihrer Klasse bieten sie ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und könnten – abgesehen vom fehlenden kabellosen Laden – auch mit teureren Modellen konkurrieren.