
Als ich zusammen mit dem Motorola Signature-Smartphone auch den Lautsprecher Motorola Moto Sound Flow erhielt, betrachtete ich das zunächst nur als netten Bonus, erwartete aber nichts Bahnbrechendes. Umso mehr hat er mich jedoch schon beim ersten Kontakt beeindruckt – er wirkt stilvoll, kompakt und fühlt sich gleichzeitig sehr angenehm an. Motorola hat bei diesem Modell auf die Klangoptimierung in Zusammenarbeit mit Bose gesetzt, eine Leistung von 30 W und einen Akku mit einer Kapazität von 6.000 mAh hinzugefügt, sodass es auf dem Papier definitiv nicht nur um einen unscheinbaren Bonus zum Smartphone geht. Aber wie schlägt er sich in der Praxis?
Das Auspacken des Moto Sound Flow war für mich ursprünglich nur ein kurzer Zwischenstopp vor dem eigentlichen Test. Letztendlich habe ich aber etwas mehr Zeit mit dem Karton verbracht, als ich geplant hatte. Motorola hat nämlich bei der Verpackung keine Abstriche gemacht, und schon beim Öffnen sieht man, dass sich jemand Mühe gegeben hat. Der Lautsprecher ist in einer festen Kartonauskleidung untergebracht, und alles ist so angeordnet, dass es beim Öffnen nicht wie ein Haufen Technik wirkt, der aus der Schachtel gekippt wurde. Vielmehr hat man das Gefühl, dass jedes Teil genau seinen Platz hat – was zwar eine Kleinigkeit ist, aber beim ersten Kontakt einen recht angenehmen Eindruck hinterlässt.
Neben dem Lautsprecher selbst fand ich im Lieferumfang ein USB-C-Ladekabel, eine kurze Anleitung sowie einen Ständer, der mich recht positiv überrascht hat. Es ist nicht nur irgendein zusätzlich beigelegtes Stück Plastik – wenn man den Lautsprecher darauf stellt, wirkt er plötzlich nicht mehr wie ein weiteres tragbares Gadget, das einfach nur auf dem Tisch herumliegt. Er erinnert eher an einen kleinen Tischlautsprecher, der seinen festen Platz hat. Und ich muss zugeben, dass ich ihn letztendlich genau so am häufigsten genutzt habe. Es ist zwar nur eine Kleinigkeit, aber genau die Art von Zubehör, die auch über das bloße Auspacken hinaus Sinn macht.
Der Moto Sound Flow wirkt nicht wie ein Lautsprecher, der auf den ersten Blick sofort auffallen will. Er hat eine längliche, zylindrische Form, die Seiten sind mit Stoff bezogen und der Rest der Konstruktion besteht aus Kunststoff. Dadurch wirkt er nicht kühl und technisch, sondern liegt gut in der Hand. Motorola bietet ihn in zwei Farbvarianten an – dem dunkleren „Carbon“ und dem helleren „Warm Taupe“. Mit einem Gewicht von rund 580 Gramm lässt er sich problemlos in die Hand nehmen und beispielsweise vom Tisch auf den Balkon oder in die Küche tragen. Es ist zwar kein reiner Taschenlautsprecher, aber dennoch kompakt genug für den alltäglichen Transport.
Die Oberseite des Moto Sound Flow dient zur grundlegenden Steuerung. Hier befinden sich die Lautstärketasten sowie eine Taste mit einem Mikrofonsymbol für den Sprachassistenten. Entlang der Oberkante verläuft ein LED-Lichtring, der während des Betriebs die Aktivität des Lautsprechers anzeigt. Der Ein-/Aus-Schalter befindet sich an der Unterseite, was zwar nicht besonders praktisch ist, dafür aber das schlichte Design an der Oberseite nicht stört.
Die Verbindung mit dem Moto Sound Flow ist glücklicherweise genau die Art von Sache, über die man nicht nachdenken muss. Der Lautsprecher kommuniziert über Bluetooth, man muss also nur das Gerät einschalten, die Geräteliste im Handy öffnen und in wenigen Sekunden ist alles erledigt. Das Koppeln verlief völlig reibungslos – kein wiederholtes Suchen und keine technischen Probleme. Es war ungefähr so kompliziert wie das Anschließen von kabellosen Kopfhörern oder das Einschalten eines Wasserkochers: zwei Klicks und los geht’s. Während des Tests habe ich ihn hauptsächlich mit dem Smartphone Motorola Signature oder dem Xiaomi 17 Ultra benutzt, aber er hat auch problemlos mit anderen Geräten funktioniert, sodass es sich in dieser Hinsicht um keine private Party handelt.
Motorola bietet für den Lautsprecher auch die App „Moto Sound“ an, mit der man ein wenig am Klang herumspielen kann. In der App findet man zum Beispiel einen Equalizer, sodass man den Klang anpassen kann, je nachdem, ob man gerade einen Podcast, elektronische Musik oder etwas mehr Bass hört. Die Bedienung ist übersichtlich und man verliert sich nicht darin – es ist kein Tonlabor.
Der Lautsprecher unterstützt zudem Google Cast, sodass Sie Musik direkt aus kompatiblen Apps wie Spotify oder YouTube Music streamen können. Tippen Sie einfach auf das Cast-Symbol, und der Lautsprecher beginnt, den Stream über Ihr WLAN abzuspielen – ähnlich wie andere Smart-Lautsprecher im Netzwerk.
Die App ist eher ein einfaches Tool, das schnell und ohne großen Aufwand funktioniert. Ich gebe zu, dass ich nur ein paar Minuten in der App verbracht habe, den Klang nach meinem Geschmack eingestellt habe und sie dann ihrem eigenen Leben überlassen habe – ähnlich wie wenn man einmal den Sitz im Auto einstellt und ihn danach nicht mehr anfasst … es sei denn, die Frau leiht sich das Auto aus.
Beim Moto Sound Flow ist mir zunächst eines aufgefallen: Der Klang versucht nicht um jeden Preis, spektakulär zu sein. Der Lautsprecher hat eine Leistung von 30 W, aber anstatt den Hörer mit übertriebenen Bässen zu überhäufen, wirkt er eher ausgewogen. Die tiefen Frequenzen sind zwar hörbar, aber nicht übertrieben, sodass die Musik nicht aufgeblasen oder dröhnend wirkt. Das Ergebnis ist ein recht angenehmer Klang, den man auch über einen längeren Zeitraum gut hören kann. Motorola erwähnt bei diesem Modell zudem die Klangoptimierung in Zusammenarbeit mit Bose, was sich gerade darin widerspiegeln könnte, dass der Lautsprecher keine Frequenzkomponente auf Kosten einer anderen hervorhebt und der Gesamtklang eher kultiviert als übertrieben wirkt.
Bei normaler Lautstärke hat der Lautsprecher genug Leistung, um problemlos einen Schreibtisch, einen kleinen Raum oder beispielsweise einen Abend auf dem Balkon zu beschallen. Am besten gefiel er mir bei Pop, Jazz und Rock, wo er Rhythmus und Dynamik beibehält, ohne aggressiv zu wirken.
Eine angenehme Überraschung ist auch das Klangverhalten bei niedrigerer Lautstärke. Selbst wenn man die Musik leiser stellt, bleiben Gesang und einzelne Instrumente relativ gut verständlich und gehen nicht irgendwo im Hintergrund unter. Das ist besonders praktisch, wenn man während der Arbeit Podcasts oder ruhigere Musik hört. Bei kleineren Lautsprechern kommt es nämlich manchmal vor, dass bei leiser Wiedergabe nur ein undeutliches Dröhnen übrig bleibt, aber hier ist der Klang immer noch relativ klar. Natürlich muss man realistische Erwartungen haben – es handelt sich immer noch um ein kompaktes Gerät, das also ein großes Wohnzimmer oder eine laute Gartenparty nicht ganz problemlos bewältigen kann.
| Parameter/Modell | Motorola Moto Sound Flow | JBL Flip Tommorowland |
|---|---|---|
| Akku und Ausdauer | 6 000 mAh | 4 800 mAh |
| Ausdauer: bis zu 12 Stunden | Ausdauer: bis zu 16 Stunden | |
| Abmessungen und Gewicht | Abmessungen: cca 180 × 70 × 60 mm | Abmessungen: cca 182,5 × 69,5 × 71,5 mm |
| Gewicht: 0,58 kg | Gewicht: 0,56 kg | |
| Max. Leistung | 30 W | 35 W |
| System und Bedienung | Android, iOS, Tasten | Android, iOS, Tasten |
| Schutzart | IP67 | IP68 |
| Farbvarianten | Carbon / Warm Taupe | Schwarz mit goldenen Elementen |
| Bluetooth | ✓ | ✓ |
| Preis | 210 Euro | 149 Euro |
Wenn ich über die Konkurrenz nachdenke, fällt mir als Erstes der JBL Flip 7 Tomorrowland ein, der in der Kategorie der tragbaren Lautsprecher fast schon ein Klassiker ist. Im Vergleich zum Moto Sound Flow bietet er eine etwas höhere Leistung und vor allem eine längere Akkulaufzeit, sodass er sich eher für den Einsatz im Freien oder längeres Hören ohne Steckdose eignet. JBL ist zudem traditionell robust – die IP68-Zertifizierung bedeutet, dass Sie sich kaum Gedanken über Staub oder Wasser machen müssen. Motorola hingegen präsentiert sich etwas anders. Der Lautsprecher bietet zwar eine etwas kürzere Akkulaufzeit, verfügt aber über WLAN-Verbindung und Google Cast-Unterstützung, sodass er eher als Heimlautsprecher fungiert, den Sie problemlos in Ihr normales Musik-Streaming integrieren können.
Und wo wir gerade von der Konkurrenz sprechen, ist noch ein weiteres interessantes Modell erwähnenswert – der Marshall Emberton III von der legendären britischen Marke Marshall. Dieser geht bei tragbaren Lautsprechern eigene Wege. Er setzt weder auf WLAN noch auf smarte Funktionen, sondern auf eine lange Akkulaufzeit, ein kompaktes Gehäuse und den charakteristischen Klang der Marke. Der Emberton III ist somit ein typischer „Rucksack“-Lautsprecher für unterwegs, während der Moto Sound Flow auf mich eher wie ein Gerät für den Schreibtisch oder das Wohnzimmer wirkt. Jeder von ihnen zielt also auf etwas anderes ab – der eine auf Ausflüge und der andere eher auf das Hören zu Hause.
Motorola Moto Sound Flow
LautsprecherNach einigen Tagen mit dem Moto Sound Flow habe ich den Eindruck, dass es sich vor allem um einen Lautsprecher für den normalen Heimgebrauch handelt. Der Klang ist ausgewogen, die Leistung reicht für den Schreibtisch oder einen kleineren Raum aus, und dank der kompakten Abmessungen lässt er sich leicht dorthin transportieren, wo man ihn gerade braucht. Die Bedienung ist einfach, der Anschluss unkompliziert, und insgesamt handelt es sich um einen Lautsprecher, der einfach das tut, was man von einem solchen Gerät erwartet. Und manchmal ist es eigentlich ganz angenehm, wenn die Technik nicht die Aufmerksamkeit auf sich zieht und einfach nur leise spielt.
Vorteile
Nachteile
Jan Vavřík
In meiner Freizeit beschäftige ich mich nicht nur mit aktuellen Neuheiten, sondern auch mit nostalgischen Rückblicken in die Welt der Mobiltelefone. Ich bin sowohl mit Apple-Technologie als auch mit dem „grünen Androiden“ vertraut – besonders mit dem aus südkoreanischer Produktion. Außerdem bin ich aktiver Schriftsteller und ein großer Fan von deutschen Boxern, Stephen King, J. R. R. Tolkien, Karel Čapek, Karl May und allem, was mit Griechenland zu tun hat – insbesondere mit der Insel Korfu.