Die Retro-Welle unter den Fotoapparaten ebbt seit Jahren nicht ab, und so überrascht es nicht, dass auch Nikon ein Modell anbietet, das genau in diese beliebte Kategorie passt. Die Nikon Z fc ist eine Kamera mit APS-C-Sensor (von Nikon als DX bezeichnet) und ergänzt hervorragend die beiden anderen Modelle dieser Klasse. Gleichzeitig erweitert der Hersteller kontinuierlich das Angebot an Objektiven, die für das APS-C-Format (Nikon DX) geeignet sind, sodass wir uns auch in Zukunft auf vieles freuen können.
Nikon hat in der APS-C-Kategorie derzeit drei Kameras, die die Bedürfnisse dieser Klasse sehr gut abdecken. Die erste ist die Nikon Z50, die sich eher an klassisch orientierte Fotografen richtet, die zweite ist die Nikon Z30, die vor allem für Videoaufnahmen und für jene gedacht ist, die maximale Kompaktheit wünschen. Die dritte im Bunde ist die Nikon Z fc, die sich insbesondere an Liebhaber des Retro- und klassischen Kameradesigns richtet.
Wer die goldene Ära der analogen Kameras erlebt hat, erkennt sofort die Inspirationsquelle für das Design der Nikon Z fc – es ist das legendäre Modell Nikon FM2 aus den 1980er-Jahren. Die Ähnlichkeit beider Kameras ist so groß, wie es zwei technisch völlig unterschiedliche Geräte überhaupt zulassen, und das bis in viele Details hinein.
Die Nikon Z fc übernimmt von ihrer berühmten Vorgängerin auch die Robustheit, denn das Kameragehäuse basiert auf einer Magnesiumlegierung und ist gegen Spritzwasser und Staub geschützt. Allerdings hat Nikon auch eine weniger erfreuliche Eigenschaft übernommen: den schlechten Griff für die rechte Hand. In den letzten Jahren haben wir uns an perfekt ergonomische Kameras gewöhnt, die sicher mit nur einer Hand gehalten werden können, was hier nicht der Fall ist. Der Griff ist vollkommen flach, und trotz der strukturierten Oberfläche bietet er wenig Halt. Dies empfand ich persönlich als deutlich störend.
Abhilfe schafft ein optionaler Zusatzgriff Nikon GR1, der die Ergonomie deutlich verbessert. Alternativ gibt es günstigere Lösungen von Drittanbietern, denn der originale GR1 ist recht kostspielig.
Alle weiteren Bedienelemente sind hervorragend gelöst: separate mechanische Drehräder für ISO, Belichtungskorrektur, Verschlusszeiten, ein Moduswahlrad, ein eigener Videoauslöser und ein klassisch ausgeführter Hauptschalter. Beide Einstellräder besitzen Metalloberflächen, und auch die Augenmuschel des Suchers ist sehr gelungen. Zu den modernen Merkmalen gehört der vollständig schwenk- und drehbare LCD-Monitor.
Die Nikon Z fc ist in Silber oder Schwarz erhältlich, und für Enthusiasten gegen Aufpreis sogar in sechs weiteren Farbvarianten. Das Design überzeugt durch Stil und Funktionalität; die Bedienung erinnert an klassische analoge Spiegelreflexkameras und wird Liebhaber genau dieser Ästhetik erfreuen – abgesehen vom Griffproblem.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Sensortyp | APS-C, CMOS 20,9 MP |
| Seitenverhältnis | 3 : 2 |
| Bajonett | Nikon Z |
| ISO-Bereich | ISO 100–51 200 (204 800) |
| Sensorstabilisierung | ✕ |
| Sensorreinigung | ✕ |
| Autofokus | 209 Messfelder |
| AF-Empfindlichkeit | bis −4,5 EV |
| Verschlusszeiten | 30–1/4 000 s |
| Serienbildrate | 11 fps |
| LCD-Monitor | 3" / ca. 1 MP |
| Sucher | OLED / 2,36 MP |
| Video | 4K 30p / Full HD 120p |
| Drahtlose Schnittstelle | Wi-Fi und Bluetooth 4.2 |
| Kabelgebundene Schnittstellen | USB-C, HDMI, Mic |
| Speicherkarten | 1× SD/SDHC/SDXC |
| Integrierter Blitz | ✕ |
| Wetterfestigkeit | ✕ |
| Farben | Silber/Schwarz |
| Abmessungen | ca. 135 × 94 × 44 mm |
| Gewicht | ca. 445 g (inkl. Akku und Karte) |
Die Nikon Z fc ist stark vom Design geprägt, doch ihr technisches Fundament entspricht weitgehend den Modellen Nikon Z30 und Nikon Z50 – nur im anderen Gehäuse und mit anderer Bedienlogik. Dies ist keineswegs negativ: Ausstattung, Technologie und Bildqualität sind ausgezeichnet.
Zum Einsatz kommt ein 21-MP-CMOS-Sensor mit einem ISO-Bereich von 100 bis 51 200, erweiterbar bis 204 800. Im Hauptbereich liefert der Sensor hervorragende Ergebnisse, auch bei hohen ISO-Werten: geringe Rauschentwicklung, guter Kontrast, stabile Farben und nur geringe Detailverluste. Eine Sensorstabilisierung fehlt allerdings, und damit auch die automatische Sensorreinigung – ein Nachteil, der heute meist höherklassigen Modellen vorbehalten bleibt.
Trotz Retro-Optik ist die Nikon Z fc für Video gut geeignet. Sie beherrscht 4K 30p und Full HD bis 120p, bietet umfangreiche Videomenüs, Zeitraffer, Slow Motion, elektronische Stabilisierung und einen Anschluss für externe Mikrofone. Der Ton lässt sich detailliert einstellen, inklusive Windgeräuschunterdrückung.
Der elektronische Sucher (OLED, 2,36 MP) ist groß und hell, der dreh- und schwenkbare Touchscreen erleichtert Selfies und Videoaufnahmen. Was fehlt, ist ein integrierter Blitz – für manche ein Minuspunkt, aber heutzutage kaum noch ein zentrales Kriterium.
Der Autofokus deckt 90 % der Bildfläche ab und arbeitet schnell und zuverlässig. Die Konfigurationsmöglichkeiten sind umfangreich, einschließlich Motiv- und Tiererkennung. In der Praxis ist der AF so präzise, dass manuelles Fokussieren nur noch selten notwendig ist.
Zur kabelgebundenen Ausstattung gehören Anschlüsse für Mikrofon, HDMI und USB-C. Letzterer dient sowohl zur Datenübertragung als auch zum Laden oder zur Stromversorgung. Der Akku Nikon EN-EL25 (1 120 mAh) reicht laut Hersteller für 320 Aufnahmen, in der Praxis jedoch deutlich länger.
Die Funkverbindung erfolgt über Wi-Fi und Bluetooth. Über Bluetooth kann die Kamera z. B. die GPS-Position vom Smartphone übernehmen und in die Exif-Daten schreiben – praktisch auf Reisen und mit minimalem Energieverbrauch.
Selbstverständlich benötigen Sie eine geeignete Speicherkarte. Für Standardfotos genügt eine einfache SD-Karte; für Action-Fotografie oder Video empfiehlt sich eine schnellere Variante.
Fazit: Die Nikon Z fc ist eine Kamera, die stark von ihrem Retro-Design lebt – aber nicht auf Kosten der Funktionalität. Sie verbindet klassischen Stil mit moderner Technik und hervorragender Bildqualität. Die Arbeit mit ihr macht Freude, und besonders ältere Fotografen werden nostalgische Erinnerungen erleben. Bis auf die eingeschränkte Ergonomie der rechten Hand fehlt ihr kaum etwas. Insgesamt ist die Nikon Z fc eine ausgezeichnete Wahl für alle, die Stil, Qualität und moderne Technologie in einem Gerät wünschen.

Nikon Z fc
Spiegellose KamerasDie Nikon Z fc verbindet den Charme eines Retro-Designs mit moderner Fototechnik. Neben einer ausgezeichneten Bildqualität bietet sie einen dreh- und schwenkbaren Touchscreen, einen OLED-Sucher und vollständige Konnektivität einschließlich Wi-Fi und Bluetooth. Trotz des Retro-Looks verfügt sie über moderne Anschlüsse, etwa für ein externes Mikrofon.
Der einzige wirkliche Nachteil ist die Ergonomie für die rechte Hand, die ohne Zusatzgriff nicht optimal ist. Dennoch überzeugt die Nikon Z fc als Kamera für Nutzer, die etwas Besonderes und zugleich Leistungsfähiges suchen. Retro-Design und moderne Funktionen ergeben hier eine gelungene Kombination.
Vorteile
Nachteile