In der Rezension des ASUS ROG RYUO IV mit kurzen Schläuchen haben wir empfohlen, auf die Standardausführung mit längeren Schläuchen zu warten – und hier ist sie. Das ASUS ROG RYUO IV 360 ARGB behält das identische gebogene 6,67-Zoll-AMOLED-Display bei, bringt aber geringfügige Änderungen unter der Haube mit sich: standardmäßige 400-mm-Schläuche und leisere Lüfter. Die Frage bleibt, ob dies ausreicht, damit das RYUO IV endlich eine Leistung erbringt, die seinem Preis entspricht.
Die Non-SLC-Version des RYUO IV unterscheidet sich vom SLC-Modell in mehreren grundlegenden Parametern. In der Tabelle vergleichen wir beide Varianten zusammen mit der Konkurrenz, gegen die wir sie getestet haben.
| Modell | ARCTIC Liquid Freezer III 360 Pro A-RGB | NZXT KRAKEN ELITE 360 RGB | ASUS ROG RYUO IV SLC 360 ARGB | ASUS ROG RYUO IV 360 ARGB |
|---|---|---|---|---|
| Pumpe | Arctic | NZXT Turbine Pump | Asetek Emma Gen8 V2 | Asetek Emma Gen8 V2 |
| Radiator | 38mm | 27mm | 32mm | 30mm |
| Lüfter | 120 x 120 x 30 mm 600-3000 RPM 6.9 mmH2O |
120 x 120 x 226 mm 500-2400 RPM 3.3 mmH2O |
120 x 120 x 25 mm 800-2650 RPM 5.45 mmH2O |
120 x 120 x 25 mm 600-2200 RPM 3.56 mmH2O |
| Schläuche | 450 mm | 420 mm | 200 mm | 400 mm |
| LED-Display | x | ✓ 2,72" IPS LCD | ✓ 6,67" AMOLED | ✓ 6,67" AMOLED |
| Garantie | 6 Jahre | 6 Jahre | 6 Jahre | 6 Jahre |
| Preis | 97,90 € | ~ 307,90 € | 374,90 € | N/A € |
Auf dem Papier weist die Non-SLC- gegenüber der SLC-Version gleich mehrere Unterschiede auf. Während der Hersteller bei der SLC-Version ein Geheimnis um die Pumpe machte, setzt er hier ganz offen die erstklassige Asetek Emma Gen8 V2 ein – dieselbe, die auch das Topmodell RYUJIN III 360 ARGB Extreme antreibt. Die Lüfter sind moderater (bis zu 2.200 RPM im Vergleich zu 2.650 bei der SLC-Version), dafür aber deutlich leiser. Vor allem aber sind die 200-mm-FEP-Schläuche verschwunden – die standardmäßigen 400-mm-Gummischläuche ermöglichen endlich die Montage des Radiators überall im Gehäuse, nicht nur oben. Der Radiator ist zudem um 2 mm dünner, was zwar seltsam ist, aber sei es drum.
Die Verpackung ähnelt der der SLC-Version – der Kühler wird mit bereits montierten Lüftern und einem kompletten Montage-Kit sowohl für AMD (AM4/AM5) als auch für Intel (LGA 1851/1700/1200/115X) geliefert. Die Wärmeleitpaste ist bereits auf der Kupferkontaktfläche aufgetragen.
Neu ist das Precision Mount System mit einer Metall-Backplate, welches den Anpressdruck gleichmäßig auf die gesamte Fläche des Prozessors verteilt. Die Montage verläuft dank der vormontierten Elemente schnell und absolut reibungslos. Die gesamte Verarbeitung ist hervorragend – die matte Kunststoffoberfläche, die hochwertigen Verbindungen und der durchweg robuste Eindruck entsprechen dem Premium-Preis.
Und nun zum Wesentlichen. Die Pumpe Asetek Emma Gen8 V2 ist aktuell eine der besten Lösungen auf dem Markt für AiO-Kühler – sie bietet einen höheren Durchfluss, eine niedrigere Impedanz und vor allem eine bekannte und bewährte Hardware. Beim SLC-Modell hielt der Hersteller die Identität der Pumpe geheim, aber wir können davon ausgehen, dass es hier keine Änderung gab.
Die zweite entscheidende Änderung: standardmäßige 400-mm-Gummischläuche mit Textilummantelung. Damit entfällt endlich die Einschränkung der SLC-Version, die aufgrund der 200-mm-FEP-Schläuche nur eine obere Montage des Radiators zuließ. Den Radiator können Sie nun in der vorderen Position im Gehäuse platzieren, wo er frische Luft ansaugt und nicht die Gefahr besteht, dass er der Grafikkarte warme Luft entzieht.
Das Display ist identisch mit der SLC-Version, daher nur ganz kurz: ein gebogenes 6,67-Zoll-AMOLED-Panel mit 2K-Auflösung bei 60 Hz, 3D-Animationen, ein um 3 cm verschiebbarer Rahmen zur Vermeidung von Kollisionen mit dem DRAM und die Steuerung über die dedizierte Anwendung ASUS InfoHub. Dank InfoHub kommen Sie ganz ohne Armoury Crate aus, was ich persönlich als ziemliche Bloatware betrachte.
Die Lüfter MF-12C ARGB kommen in der Standard-25-mm-Ausführung mit einer magnetischen Daisy-Chain-Verbindung – anstelle von sechs Kabeln reicht ein einziges völlig aus. Die maximale Drehzahl von 2.200 RPM und eine auf dem Papier angegebene Lautstärke von 30,7 dB(A) sind spürbar moderater als bei der SLC-Version (2.650 RPM / 39,6 dB(A)). Die Beleuchtung Aura Fan Edge durchleuchtet die vordere und die seitliche Kante der Lüfter, sodass der Effekt aus mehreren Blickwinkeln gut sichtbar ist.
Für die Steuerung des Displays benötigen Sie die dedizierte App ASUS InfoHub, die Gott sei Dank nicht Teil von Armoury Crate ist. Für die Steuerung der Drehzahlen der Pumpe und der Lüfter reicht Ihnen die Open-Source-Anwendung FanControl vollkommen aus.
Die drei in der Tabelle am Anfang des Artikels aufgeführten Kühler haben wir bei 200 und 250 W in OCCT mit einem Ryzen 9 9950X getestet. Es muss angemerkt werden, dass die Softwaremessung um gut 30–40 W zu wenig anzeigt, sodass die reale Auslastung noch einmal spürbar höher war.
Bei 250 W mit 800 und 1200 RPM konnte das RYUO IV den Ryzen 9950X nicht zuverlässig kühlen. Die Temperaturen erreichten die kritische Grenze von 95 °C und der Prozessor begann, die Spannung und damit auch die maximale Taktfrequenz zu reduzieren.
Bei dem wichtigsten Test mit 800 RPM schnitt das ROG RYUO IV hervorragend ab, und es kam zu keinerlei Leistungseinbrüchen, wie Sie sie bei der SLC-Version gesehen haben.
Das RYUO IV ist zwar mit leiseren, weniger leistungsstarken Lüftern ausgestattet, aber dennoch war es bei 1.200 RPM ein wenig lauter als die Konkurrenten Kraken und Liquid Freezer.
Auch wenn es anfangs so aussah, als würde ich ein zweites Mal denselben Kühler testen, muss ich anerkennen, dass die Unterschiede zur SLC-Version hier durchaus vorhanden sind, und so in etwa hätte auch die Version mit den kurzen Schläuchen aussehen sollen. Zumindest was die Leistung betrifft. Einige Verbesserungen nach dem Vorbild der Kühler von Arctic und NZXT hätten ihm sicherlich nicht geschadet, aber darauf werden wir wohl bis zur nächsten Iteration warten müssen.
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Es handelt sich nach wie vor um ein Premium-Designprodukt, bei dem das unglaubliche Display einen großen Teil des Wertes ausmacht. Wer rein nach der Leistung für vernünftiges Geld sucht, wird bei Arctic zu einem Drittel des Preises definitiv nicht den Kürzeren ziehen. Aber wer ein ROG-System zusammenbaut und möchte, dass der Wasserblock das visuelle Zentrum des Builds ist, für den bietet die Non-SLC-Version endlich eine Kombination aus Design und Leistung, die wirklich Sinn ergibt.
ASUS ROG RYUO IV 360 ARGB
ASUS ROG RYUO IV 360 ARGBDer ASUS ROG RYUO IV 360 ARGB korrigiert die wesentlichen Verfehlungen der SLC-Version – die bewährte Pumpe Gen8 V2, Standardschläuche und leisere Lüfter machen ihn zu dem, was das RYUO IV von Anfang an hätte sein sollen.
Vorteile
Nachteile
Der ASUS ROG RYUO IV 360 ARGB ist endlich ein Premium-Designkühler, der seinen primären Zweck nicht vergisst: zu kühlen und dabei auch noch großartig auszusehen.