Die Grundlage der chromatischen Aberration ist die Abhängigkeit des Brechungsindex aller transparenten Materialien von der Wellenlänge des Lichts. Linsen brechen jede Lichtfarbe unterschiedlich, was sich im Bild durch farbige Säume an kontrastreichen Übergängen zeigt – typischerweise rot, violett oder blau. Diese Erscheinungen lassen sich nur in bestimmten Bereichen des Bildes beobachten; wie andere optische Fehler tritt auch die chromatische Aberration vor allem an den Bildrändern auf.
Wie oben erwähnt, sind Zoom-Objektive besonders anfällig für chromatische Aberration. Sie enthalten nämlich eine große Anzahl von Linsen, weshalb der Farbfehler hier besonders ausgeprägt ist. Zur Kompensation der Farbabweichung werden spezielle Elemente in die Objektive integriert.
Bei der Herstellung eines Objektivs werden zur Reduzierung des Farbfehlers apochromatische und achromatische Linsen eingesetzt. Diese können den Fehler zwar mindern, aber nicht vollständig beseitigen.
In der anschließenden Nachbearbeitung von Fotografien lässt sich der Fehler mithilfe geeigneter Programme reduzieren. Die Korrektur chromatischer Aberration in einem Programm kann bei einer JPEG-Datei zu einer Qualitätsminderung führen. Bei einer RAW-Datei ist die Reduzierung der chromatischen Aberration deutlich einfacher, da das Bild vor dem Speichern auf die Speicherkarte keiner Bearbeitung oder Retusche unterzogen wird. Es steht ein größerer Umfang an Daten zur Verfügung, wodurch der Verlust und die Qualitätsminderung geringer ausfallen.