Eine Zeit lang wurde spekuliert, dass Nikon die Produktion von Kameras und Objektiven für den kleineren DX-Format-Sensor (APS-C) komplett einstellen könnte, aber das jüngste Paar an Neuheiten zeigt deutlich, dass dies nur eine unbegründete Spekulation war und das Gegenteil der Fall ist. Nikon hat nämlich gleich zwei neue Objektive für dieses Sensorformat vorgestellt, womit sie klar zu verstehen geben, dass sie die auf DX (APS-C) Sensoren basierende Technik nicht nur weiter unterstützen, sondern auch weiterentwickeln wollen. Die erste Neuheit war das Objektiv Nikon Z DX MC 35mm f/1,7, dessen Testbericht Sie hier bereits seit einigen Tagen finden. Die zweite Neuheit ist das Objektiv Nikon Z DX 16-50mm f/2,8 VR, das wir uns in diesem Testbericht genauer ansehen werden.
Das neue Objektiv Nikon Z DX 16-50mm f/2,8 VR hält sich designtechnisch an das etablierte Aussehen der anderen Objektive des Nikon Z Systems, es ist also einfach dieser unverwechselbare Klassiker der Marke. Das Objektiv ist kleiner und vor allem leichter, als ich es bei einem Standardzoom mit einer Lichtstärke von f/2,8 erwartet hätte, was definitiv eine gute Nachricht vor allem für jene Fotografen ist, die ihre Ausrüstung brav auf dem Rücken oder in der Fototasche tragen. Das geringe Gewicht deutet auch darauf hin, dass der Großteil der Objektivkonstruktion aus Kunststoff besteht, was ich jedoch bei der Qualität moderner Kunststoffe eher als Vorteil betrachten würde – sie vertragen nämlich Stöße oder auch Wechsel von Kälte zu Wärme (oder umgekehrt) besser. Das Nikon Z Bajonett ist jedoch aus Metall, und vor allem fehlt auch nicht ein System aus mehreren Dichtungen, das das Objektiv vor Staub und Spritzwasser schützt, was ein großes Plus ist.
Ergonomisch liegt das Objektiv Nikon Z DX 16-50 mm f/2,8 VR genau richtig in der Hand und seine Bedienung ist sehr einfach, da es nur ein absolutes Minimum an Bedienelementen gibt – das Objektiv hat nämlich nur zwei Einstellringe und sonst nichts weiter. Alle Funktionen und Einstellungen werden ansonsten im Kameramenü vorgenommen. Der größere Ring dient klassisch zur Einstellung der Zoom-Brennweite, wobei der vordere Teil des Objektivs ausfährt, sich aber nicht dreht, sodass die Verwendung eines Polarisationsfilters oder anderen Zubehörs, das im 67-mm-Filtergewinde befestigt wird, nicht eingeschränkt wird.
Der zweite Ring ist traditionell viel kleiner und durch eine andere Textur deutlich abgesetzt, sodass Sie beide Ringe leicht unterscheiden können, wenn Sie das Objektiv nur durch Tasten bedienen, also mit der Kamera am Auge. Der kleinere Ring dient zur manuellen Fokussierung, aber da diese heutzutage wirklich nur noch selten verwendet wird, können Sie ihm eine andere Funktion zuweisen, die Sie besser nutzen können – zum Beispiel die Einstellung der Objektivblende, der ISO-Empfindlichkeit oder der Belichtungskorrektur. Eine kleine technische Besonderheit ist, dass auch der Hersteller diesen Ring nicht mehr als Fokusring, sondern neuerdings als Einstellring bezeichnet.
| Parameter | NIKKOR Z DX 16-50mm f/2.8 VR | NIKKOR Z DX MC 35mm f/1.7 |
|---|---|---|
| Brennweite | 16–50 mm (äquiv. 24–85 mm) | 35 mm |
| Sensorabdeckung | APS-C (DX) | APS-C (DX) |
| Bajonett | Nikon Z | Nikon Z |
| Filtergewinde | 67 mm | 52 mm |
| Bildwinkel (horizontal) | 83°–31°30‘ | 44° |
| Kleinste Blende | f/22 | f/22 |
| Lichtstärke | f/2,2 | f/1,7 |
| Anzahl der Blendenlamellen | 9 | 9 |
| Optische Stabilisierung | ✓ (Effektivität bis zu 4,5 LW) | ✕ |
| Fokussierung | leiser Schrittmotor | leiser Schrittmotor |
| Optischer Aufbau | 12 Linsen | 8 Linsen |
| Speziallinsen | 1× ED, 2× asphärisch | 1× asphärisch aus ED-Glas |
| Naheinstellgrenze | 15–25 cm ab Sensorebene | 16 cm ab Sensorebene |
| Besondere Ausstattung | multifunktionaler AF-Ring | leiser Einstellring |
| Wetterfestigkeit | ✓ | ✓ |
| Gegenlichtblende | ✓ | ✕ |
| Objektivbeutel | ✕ | ✕ |
| Abmessungen | ca. 75 × 88 mm | ca. 70 × 72 mm |
| Gewicht | 330 g | 220 g |
| Preis zum 7. 12. 2025 | 869,90 EUR | 435,90 EUR |
Ein interessanter Parameter und ein weiteres Plus der Ausstattung des Nikon Z DX 16-50mm f/2,8 VR ist, dass es mit einer eigenen optischen Stabilisierung ausgestattet ist, was bei Zoomobjektiven mit einer hohen Lichtstärke von f/2,8 nicht allzu oft üblich ist. Die Effektivität gibt der Hersteller mit 4,5 LW an, was zwar heute kein Rekordwert mehr ist, aber immer noch eine sehr ordentliche Leistung darstellt, die sicherlich so manchem Fotografen nützlich sein wird.
Interessant ist auch die Naheinstellgrenze, die je nach Zoomposition im Bereich von 15–25 cm von der Sensorebene liegt, sodass Sie bei Bedarf wirklich sehr nah fokussieren können. Für vollwertige Makrofotografie reicht es zwar natürlich nicht, aber für das Fotografieren von Details wie mittelgroßen Blüten oder größeren Insekten reicht es völlig aus. Im Zusammenhang mit der Fokussierung ist heute ein schneller und leiser Schrittmotor bereits selbstverständlich, der Ihnen nicht nur eine schnelle und sehr präzise Scharfstellung sichert, sondern auch eine problemlose Fokusverlagerung während der Videoaufnahme, was die Einsatzmöglichkeiten weiter erweitert.
Das optische System des Objektivs Nikon Z DX 16-50 mm f/2,8 VR besteht aus 12 Linsen, wobei gleich zwei asphärisch sind und eine aus optischem ED-Glas mit geringer Dispersion besteht, und das alles unter Beibehaltung einer hohen Lichtstärke von f/2,8 im gesamten Zoombereich. Die wichtigste Eigenschaft ist aber natürlich vor allem die Abbildungsleistung, und in dieser Hinsicht schlägt sich das Objektiv wirklich sehr gut, und zwar ohne größeren Einfluss der Brennweiteneinstellung und vor allem auch bei ganz offener Blende auf dem Wert f/2,8. Beim Fotografieren müssen Sie sich also hinsichtlich der Schärfe nicht allzu sehr um Blende oder Brennweite kümmern und können sich ganz auf das Motiv oder das Spiel mit der Schärfentiefe konzentrieren.
Ebenso gut schlägt sich das Nikon Z DX 16-50 mm f/2,8 VR auch im Hinblick auf Vignettierung oder chromatische Aberration, aber es ist natürlich die Frage, inwieweit dies am Objektiv und inwieweit an der automatischen Korrektur in der Kamera liegt. In der Praxis ist das egal, denn entscheidend ist das Ergebnis, und das ist sehr gut. Nur eine sehr leichte Vignettierung kann in Extremfällen doch auftreten (weiteste Brennweite, minimale Blende f/2,8 und sehr helle Szene), aber auch dann wirkt sie nicht störend und lässt sich im Grafikeditor leicht entfernen.
Gut kommt das Objektiv auch mit direktem Gegenlicht zurecht, einschließlich der Sonne im direkten Bildausschnitt, wo Sie leicht den immer noch beliebten „Sonnenstern“ erzeugen können, siehe Beispielfotos. Einige Reflexionen tauchen im Bild auf, sind aber nicht allzu groß oder ausgeprägt. Der Verlust an Kontrast oder Zeichnung ist dabei völlig minimal, im Grunde fast gar nicht vorhanden. Wenn Sie jedoch bei der weitesten Brennweite stärker abblenden, achten Sie auf die Sauberkeit der Frontlinse des Objektivs, da eventuelle Verschmutzungen gerade im Gegenlicht ziemlich sichtbar sein können – das ist aber kein Fehler des Objektivs, sondern durch physikalische Gesetze und das Verhältnis von Brennweite und Blende bedingt.
Bei einem Objektiv mit hoher Lichtstärke ist auch das Bokeh, also die Darstellung der unscharfen Bereiche außerhalb der Schärfentiefe, nicht weniger wichtig. Angesichts des Verhältnisses von Brennweite und Lichtstärke sollten Sie jedoch nicht allzu sehr damit rechnen, dass es Ihnen gelingt, das Hauptmotiv bei der weitesten Brennweite extrem stark vom Hintergrund freizustellen (wiederum durch physikalische Gesetze bedingt), das gelingt Ihnen eher ab der Hälfte des Bereichs bis zur längsten Brennweite von 50 mm. Dann ist das Bokeh angenehm und natürlich – aber natürlich im Rahmen der gegebenen Kategorie, da es mit der Darstellung von Objektiven mit längerer Brennweite und höherer Lichtstärke nicht vergleichbar ist.
Das Objektiv Nikon Z DX 16-50 mm f/2,8 VR kann mit klassischen Fotofiltern mit einem Gewindedurchmesser von 67 mm oder anderem mit diesem Gewinde kompatiblen Zubehör ausgestattet werden. Eine gute Nachricht ist, dass im Lieferumfang des Objektivs auch eine hochwertige Bajonett-Gegenlichtblende Nikon HB-118 enthalten ist, die zudem geformt ist, da sich die vordere Fassung des Objektivs nicht dreht. Wie üblich erlaube ich mir zu wiederholen, dass ich ihre tägliche Verwendung definitiv empfehle, auch weil sie als Schutz der Frontlinse fungiert.
Da der Brennweitenbereich einem Standardzoom entspricht, ist seine praktische Nutzung ziemlich klar – Sie werden es vor allem für das alltägliche Fotografieren nutzen, von Architektur über Landschaft bis hin zu Porträts oder dem Fotografieren von Details. Für einen großen Teil der Nutzer wird dies genau der Typ Objektiv sein, den sie entweder dauerhaft oder fast dauerhaft auf ihrer Kamera montiert haben werden und wofür es im Grunde auch bestimmt ist. Die hohe Lichtstärke von f/2,8 im gesamten Zoombereich nutzen Sie nicht nur für die kreative Arbeit mit der Schärfentiefe, sondern auch bei schlechten Lichtverhältnissen, also etwa auch für Nachtaufnahmen und Ähnliches – dazu trägt zudem auch seine eigene optische Stabilisierung bei. Der Hauptvorteil ist dann die buchstäblich hervorragende Abbildungsleistung, die Beständigkeit gegen Regen und Staub sowie die schnelle und sehr präzise automatische Fokussierung. Zu den Vorteilen gehört auch, dass es angesichts der Parameter klein, leicht und auch gut nicht nur für das normale Fotografieren, sondern auch für Videoaufnahmen nutzbar ist.
Sein aktueller (12/2025) Preis beträgt 869,90 EUR, was zwar nicht gerade wenig ist, aber man kann auch nicht sagen, dass es angesichts seiner Gebrauchseigenschaften zu viel wäre. Persönlich würde ich sagen, dass der Preis einfach genau richtig ist, und wenn Sie für Ihre Nikon Z Kamera mit DX-Format-Sensor (APS-C) ein lichtstarkes Standardzoom suchen, ist dies wirklich einer der besten möglichen Kandidaten. Warum? Unter anderem auch deshalb, weil mir, wenn ich abschließend auch irgendwelche Mängel erwähnen soll, diesmal wirklich keine einfallen.
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Im FotoMagazin haben wir für Sie Testberichte zu spiegellosen Nikon Z Kameras:
Nikon Z DX 16-50 mm f/2,8 VR
ObjektiveDas Nikon Z DX 16–50 mm f/2,8 VR ist ein Objektiv, das in der Praxis sehr ausgewogen wirkt. Es bietet eine überdurchschnittliche Lichtstärke, angenehm kompakte Abmessungen und vor allem eine hervorragende Zeichnung über den gesamten Brennweitenbereich. Stabilisierung, leise Fokussierung und Wetterfestigkeit machen dieses Zoom zu einem zuverlässigen Werkzeug für den täglichen Gebrauch, egal ob Sie Landschaften, Städte, Porträts oder Details fotografieren. Der Preis ist nicht niedrig, aber angesichts dessen, was das Objektiv wirklich kann, wirkt er nicht übertrieben. Wenn also jemand ein hochwertiges Standardzoom für DX-Gehäuse mit Nikon-Z-Bajonett sucht, gehört dieses Modell zu denen, die langfristig Sinn machen.
Vorteile
Nachteile
Michal Kupsa
Michal Kupsa was born in Brno in 1970. He began photography when he was 15 years old and started with journalism three years later. He has collaborated with a number of prestigious Czech and foreign media companies including Czech Television, Czech Radio, National Geographic, the US National Library, iDNES, People in Need and most Czech magazines about photography. Now, he mainly focuses on travel articles, photographic reviews, and photography courses.