Die Europäer sind die führend in der Welt beim kontaktlosen Bezahlen und nach kontaktlosen Karten und Zahlungsstickern sind Zahlungen per Handy (NFC) der nächste Schritt, um das Einkaufen zu vereinfachen. Dieses „Bezahlen per Handy“ ist sehr einfach. Man nimmt das Telefon in die Hand, hält es wie eine normale kontaktlose Karte an das Terminal und schon ist bezahlt. Am durchdachtesten sind Komplettlösungen wie Google Pay (mit der Google Wallet App) oder Apple Pay, wobei beide genannten Dienste in Deutschland und Österreich bereits problemlos funktionieren. Nicht zu vergessen sind auch Xiaomi, Fitbit und Garmin Pay. Wie funktionieren NFC-Zahlungen? Welche Banken ermöglichen das Bezahlen per Handy und bei welchen haben wir, zumindest vorerst, Pech? Und wie bezahlt man per Handy ohne NFC? Im Artikel beantworten wir diese Fragen und geben Tipps, wie man per Handy bezahlt.

Europäer bezahlen immer häufiger ohne die traditionelle Zahlungskarte. Das Mobiltelefon ist beim Bezahlen von Einkäufen für mehr als die Hälfte der Bevölkerung zur gängigen Wahl geworden. Neben Handys wächst auch das Interesse an neuen Technologien – zum Beispiel an Smart Rings und Armbändern, die bereits etwa ein Zehntel der Bevölkerung ausprobiert hat. Mit der Ausweitung des Angebots an modernen Zahlungsmethoden nimmt die Abhängigkeit von Plastikkarten ab.
NFC-Zahlungen, also kontaktloses Bezahlen per Handy, sind sehr einfach. Im Idealfall unterstützt Ihre Bank Google Pay oder Apple Pay, oder einen der Dienste zum Bezahlen mit Smartwatches. Dann koppeln Sie einfach Ihre Zahlungskarte mit der jeweiligen App und sind im Grunde fertig. Im Geschäft an der Kasse entsperren Sie Ihr Telefon dann einfach, zum Beispiel per Fingerabdruck, halten es an das Terminal und hören im Nu einen bestätigenden Piepton. Anschließend kommt ein Papierbeleg heraus und Sie erhalten gleichzeitig eine Benachrichtigung über die durchgeführte Zahlung auf Ihr Telefon. Das ist alles, der Vorgang ist nicht komplizierter als die Verwendung einer kontaktlosen Zahlungskarte.
Ähnlich können Sie für Ihre Einkäufe in den meisten E-Shops bezahlen, wo das Telefon die physische Plastikkarte vollständig ersetzt. Darüber hinaus, da heute die überwiegende Mehrheit der inländischen Banken diese Methode unterstützt, sind Online-Einkäufe schneller und einfacher.
Vielleicht fragen Sie sich, ob Zahlungen per Handy ohne NFC möglich sind. Die Antwort ist positiv: Ja, das sind sie, und es gehört sogar zu den ältesten verwendeten Methoden. Heute wurde sie jedoch ziemlich zuverlässig gerade durch NFC verdrängt. Jedenfalls testen einige Unternehmen (z.B. Lidl oder seit Oktober 2022 Kaufland) die Möglichkeit, per Handy ohne NFC zu bezahlen. Dabei wird die Kamera bzw. QR-Code-Scanner verwendet. Im Grunde begegnen wir dieser Technologie recht häufig – viele Rechnungen sind heute mit QR-Codes versehen, die Sie nach dem Scannen in die App der Bank weiterleiten und Sie die Zahlung nur noch bestätigen müssen.
Wir dürfen eine weitere Möglichkeit nicht vergessen, bei der wir mit dem Telefon bezahlen können, ohne NFC zu verwenden. Das ist die Zahlung per Textnachricht. Dabei senden wir einen Code oder einen anderen spezifischen Text an eine bestimmte Telefonnummer, wodurch wir die Zahlung für den gewünschten Dienst (z.B. Parken, ÖPNV, DMS etc.) tätigen.
Heute ist es nicht mehr üblich, dass eine Bank eine eigene Lösung für kontaktloses Bezahlen per Mobiltelefon hat. Die meisten von ihnen sind auf das gut funktionierende Google Pay oder Apple Pay umgestiegen. Eigene Zahlungslösungen bieten eigentlich nur Raiffeisen und AirBank an, beide Banken unterstützen jedoch auch die Nutzung universeller Apps und NFC-Zahlungen sind in ihrer Lösung nur einer der Dienste des mobilen Bankings und nicht ihr primärer Zweck.
Mobile Zahlungen sind nicht nur einfach, sondern haben im Vergleich zur Zahlung mit einer herkömmlichen kontaktlosen Zahlungskarte mehrere Vorteile, insbesondere in praktischer und sicherheitstechnischer Hinsicht. Oft hat man kein Portemonnaie dabei, während die allermeisten von uns das Handy einfach nicht aus der Hand geben. Außerdem benötigen NFC-Zahlungen keine aktiven Daten oder WLAN-Verbindung, sodass Sie überall dort, wo es ein Zahlungsterminal gibt, ohne Ihr Portemonnaie auskommen. Dieses nimmt Ihnen dann keinen zusätzlichen Platz in der Tasche weg, wenn Sie gerade mal leicht bepackt einkaufen gehen.
Weitere Vorteile, die NFC-Zahlungen mit sich bringen, ergeben sich aus der Skalierbarkeit der Zahlungs-App. Darin können Sie mehrere Karten speichern, sei es Kredit-, Debit-, Visa- oder Mastercard. Und Sie können beliebig zwischen ihnen wechseln, je nachdem, mit welcher Karte Sie gerade bezahlen möchten.
Zudem müssen Sie beim Bezahlen per Handy keine Angst vor Datenlecks oder gar Gelddiebstahl haben. Ganz im Gegenteil. Die Methode sendet die Nummer der Zahlungskarte nicht und speichert sie auch nicht beim Bezahlen auf dem Telefon. Beim Bezahlen wird ein virtueller Code erstellt, der der einzelnen Transaktion zugewiesen wird. Bei niedrigen Beträgen reicht es bei Androiden aus, das Telefon nur „aufzuwecken“, bei Zahlungen über 500 Kronen ist die Eingabe der PIN oder biometrischer Daten erforderlich.
Ebenso müssen Sie nicht an verschiedene Hoax-Meldungen über Diebe glauben, die in der Nähe stehen und mit einem Zahlungsterminal in der Tasche spielen, um Ihre Finanzen per Fernzugriff von Ihrem Telefon "abzusaugen". Erinnern Sie sich, dass Sie beim Bezahlen die Karte fast auf das Terminal selbst legen müssen. Ebenso müssen Sie keine Angst haben, dass irgendwo ein Dieb mit einem Zahlungsterminal in der Tasche herumläuft und per Fernzugriff das gesamte Geld von Ihrer Karte im Handy absaugt – damit die Zahlung stattfinden kann, müssen Sie das Handy maximal 4 Zentimeter vom Terminal entfernt halten.
Ein großer Vorteil ist, dass bei Verlust des Mobilgeräts dieses aus der Ferne mit einem neuen Passwort gesperrt oder der gesamte Inhalt gelöscht werden kann. Sie müssen also keine Kartensperrung und Neuausstellung vornehmen lassen, wie es bei ihrem Verlust der Fall ist. Im Vergleich zu herkömmlichen kontaktlosen Zahlungen haben Sie eigentlich zusätzlich eine doppelte Absicherung. Eine von der Bank, die andere vom Zahlungsdienstleister. Wenn Sie jedoch nicht wissen, wie das geht, empfehlen wir, sich sofort an Ihre Bank zu wenden, die umgehend das kontaktlose Bezahlen und die damit verbundenen Dienste sperrt.
Das Bezahlen per Handy mittels NFC stößt jedoch auf Hindernisse, die seine Entwicklung bremsen. Das erste ist die Nichtverfügbarkeit für jedermann. Nicht jeder hat ein Smartphone mit einem kompatiblen Betriebssystem (zum Beispiel erfordert die Google Pay App mindestens Android Version 5) und auch nicht jedes Telefon unterstützt die NFC-Technologie.
Ein weiterer Nachteil kann die Eingabe der PIN sein. An einem unbeleuchteten Terminal ist dies eine relativ diskrete Angelegenheit, aber auf einem riesigen leuchtenden Display kann die Umgebung leichter Ihren Geheimcode erspähen. Es ist jedoch anzumerken, dass Zahlungen heute viel häufiger nicht durch Eingabe der PIN, sondern durch Fingerabdruck oder Gesichtsscan bestätigt werden. Ein Problem kann auch auftreten, wenn Sie auf einen Händler mit einem Terminal stoßen, das nicht mit der NFC-Karte im Handy kommuniziert. Glücklicherweise passiert dies jedoch nicht oft.
Ein weiteres Problem war bis vor kurzem die notwendige Zusammenarbeit von Banken mit Mobilfunkbetreibern. Die frühere Praxis erforderte in diesem Fall spezielle SIM-Karten des Betreibers. Zudem arbeiteten einige Finanzinstitute nur mit einem Betreiber zusammen, sodass die Kunden der anderen Pech hatten. Dieses System der NFC-Zahlungen ist jedoch praktisch verschwunden, da die Technologie fortgeschritten ist und Sie heute praktisch mit jedem Handy mit NFC bezahlen können.
Google Wallet (früher bekannt als Google Pay) ist derzeit eine der am weitesten verbreiteten Apps für mobile Zahlungen über NFC. Sie funktioniert schnell und zuverlässig. Wie richtet man sie ein und beginnt damit zu bezahlen?
Die Einrichtung von Google Wallet ist schnell und erfordert nur wenige Schritte. Stellen Sie zunächst sicher, dass Ihr Smartphone einen NFC-Chip hat und dass Ihre Bank die Google Wallet-Technologie unterstützt. Laden Sie anschließend die App herunter, falls Sie sie noch nicht auf Ihrem Telefon haben, hier.
Wenn Sie die Vorteile des mobilen Bezahlens nutzen möchten, vergewissern Sie sich, dass Ihre Bank und Karte diese Zahlungen unterstützen.
Neben Google Pay ist auch die Apple Pay Plattform weltweit sehr verbreitet, mit der das Bezahlen vielleicht noch einfacher ist. Zum Beispiel ist das Bezahlen mit einer Apple Watch eine Frage des schnellen Drückens der Seitentaste und des Haltens des Handgelenks an das Terminal. Bei Apple Pay ist es nicht einmal nötig, Zahlungen über 20 € mit PIN zu bestätigen. Die Uhr weiß längst, dass Sie sie am Handgelenk tragen, und das Telefon verifiziert Sie vor der Zahlung mittels Face ID oder Touch ID. Danach können Sie jeden beliebigen Betrag ohne weitere Verifizierung bezahlen. Angesichts des insgesamt höheren Sicherheitsniveaus von iPhones kann Apple Pay als sehr sichere Methode für mobile Zahlungen angesehen werden.
Wie bezahlt man mit dem iPhone? Ganz einfach! Die Einrichtung des Bezahlens per Handy mit Apple Pay auf dem iPhone dauert nur wenige Augenblicke. Stellen Sie jedoch zunächst sicher, dass Sie die neuesten iOS-Updates installiert haben und natürlich, dass Ihre Bank Apple Pay unterstützt.
Der Vorgang des Bezahlens mit dem iPhone über Apple Pay unterscheidet sich leicht je nachdem, welches Modell des Apple-Telefons Sie haben. Der Prozess ist jedoch in beiden Fällen sehr einfach.
Bezahlen mit dem iPhone mit Face ID
Bezahlen mit dem iPhone mit Touch ID
Wenn Sie eine Apple Watch verwenden, werden Sie das Bezahlen mit der Uhr einfach lieben. Es ist nicht vom iPhone oder einer Internetverbindung abhängig, sodass Sie ruhig ohne Telefon joggen gehen und auf dem Rückweg einkaufen können. Führen Sie vor der ersten Zahlung die folgende Einstellung durch:
Apple Pay arbeitet mit Kartenorganisationen (Visa, Mastercard) und einzelnen Banken zusammen.
Wenn Sie zu den Sportlern gehören, kennen Sie sicherlich die Smartwatches von Garmin. Zweifellos gehören sie mit ihren Sportfunktionen zu den besten auf dem Markt. Ja, auch mit Smart-/Sportuhren kann man bezahlen. Konkret handelt es sich zum Beispiel um die beliebten Reihen Vívoactive4, Vívoactive5 oder Forerunner 955. Erwähnen müssen wir auch die Reihe Fenix 7, Fenix 8 oder die Reihe Fenix E.
Auch das Unternehmen Fitbit, Hersteller von Smartbands und Uhren, hat seinen eigenen Zahlungskanal. Im Gegensatz zu Garmin wird er bisher nur von wenigen Geräten unterstützt, wir gehen jedoch davon aus, dass mit der Einführung neuer Produkte deren Zahl wachsen wird (z.B. die Fitbit Charge 6 Reihe).
Xiaomi Pay, früher Mi Pay, ist ein Dienst zum Bezahlen über Fitness-Tracker und Smartwatches von Xiaomi. Er wird von mehreren Xiaomi NFC-Geräten unterstützt (z.B. Xiaomi Mi Smart Band 8 NFC, Xiaomi Mi Smart Band 9 Pro etc.) und funktioniert bisher nur mit Mastercard-Zahlungskarten. Der Dienst ist nicht für Mobiltelefone bestimmt, diese nutzen weiterhin Google Pay.
Zum Koppeln mit dem Telefon und zur Inbetriebnahme des Dienstes ist die App Mi Fitness (Android, iOS) oder Zepp Life, früher Mi Fit (Android, iOS) erforderlich. Das Hinzufügen einer Zahlungskarte selbst erfolgt ähnlich wie bei jedem anderen Zahlungsdienst. Sie können bis zu zehn Zahlungskarten zu Xiaomi Pay hinzufügen. Danach bezahlen Sie auf die gleiche Weise wie bei anderen Diensten – einfach durch Halten des Armbands an das Zahlungsterminal.
Das bedeutet , dass Besitzer von Smartwatches und Samsung-Telefonen per NFC bezahlen können. Sie können nämlich Google Pay nutzen, und das nicht nur z.B. auf Samsung-Telefonen, sondern auch auf Samsung-Uhren, die das Betriebssystem WearOS haben.
Ältere Modelle von Samsung Smartwatches, die noch das Betriebssystem Tizen OS verwenden, müssen sich wie bisher auf den Dienst Curve Pay verlassen. Dieser ersetzt zum Beispiel Google Pay bei Huawei-Telefonen. Das Prinzip ist praktisch dasselbe: Sie laden die Bankkarte oder -karten in die App und bezahlen dann über die Uhr.
Mobile Zahlungen sind heute ein klarer Trend und die Zahl der Zahlungsdienste und Geräte, die sie unterstützen, wächst schnell. Besonders empfehlen können wir das Bezahlen mit Smartwatches, da dies eine schnelle und sichere Methode zur Nutzung Ihrer Finanzen ist.